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Der aktuelle Trend am Spendenmarkt

 

Ist auch das Fundraising in der Krise?

Wie reagieren die Spenderinnen und Spender: Mit Mitgefühl, Menschlichkeit oder Solidarität? Oder verhindern die eigenen Ängste und Probleme, dass der Spendenaufruf ankommt?

Mehr oder weniger Spenden?

Trotz Wirtschaftskrise helfen die Österreicherinnen und Österreicher bei Naturkatastrophen wie dem Erdbeben in Haiti. In nur acht Wochen wurden 32 Millionen Euro gespendet (Quelle: Fundraising Verband Austria, Presseaussendung 2010). Auch der Spendenindex hat gezeigt, dass im Jänner und Februar 2010 die Kurve ca. 65 % über der von 2009 lag. Auch in Deutschland war die Spendenbereitschaft nach Haiti rund 50 % über dem Niveau des Vorjahres.

2009 sank das Spendenvolumen in Deutschland nur 3 % unter das von 2008. Und das, obwohl um 18 % weniger Spendenaufrufe ausgesendet worden waren (Quelle: GfK Austria, Presseaussendung vom 08.04.10). Das bedeutet also fast gleichbleibende Spenden bei weniger Aussendungen!

Fazit: Die Wirtschaftkrise hat die Menschen nicht abgehalten, zu spenden. Sondern sie hat die NPOs davon abgehalten, um Spenden zu bitten! Die Spender haben sogar mehr bzw. häufiger gegeben! Gleichzeitig bewegen Katastrophen nach wie vor die Herzen.

Spendet die Generation 50+ aus Angst vor der Krise weniger?

Rund 35 % (Market News, Februar 2010) fühlten sich im Dezember 2009 von den Auswirkungen der Krise betroffen. Das bedeutet, dass prinzipiell die Zahl derer, die eine hohe finanzielle Belastung als Grund für das Nicht-Spenden angaben, um diese Größenordnung hätte steigen müssen. Tatsächlich ist der Prozentsatz aber nur um 7 % gestiegen (und zwar von 40 % im Jahr 2007 auf 47 % im Jahr 2009). Das zeigt, dass das subjektive Gefühl der finanziellen Belastung nicht allein für das Spenden ausschlaggebend ist!

Auch die akute Angst nimmt ab. Haben sich im Juni 2009 noch 23 % sehr vor der steigenden Inflation gefürchtet, so sind es im Jänner 2010 nur mehr 17 %. Auch die große Angst vor Armut ist gesunken: und zwar von 29 % auf 26 %, allerdings bleibt das Gefühl der Bedrohung latent bestehen (Quelle: GfK Austria, Presseaussendung vom 04.05.10). Gleichzeitig steigt das Gefühl, dass die Wirtschaftskrise weniger schlimm ausgefallen ist, als erwartet, von 38 % im Jahr 2009 auf 59 % im Jänner 2010 (Quelle: GfK Austria, Presseaussendung vom 15.03.10).

Die Menschen sind grundsätzlich davon überzeugt, dass es langsam aufwärts geht. Im Dezember 2009 waren 27 % der Österreicherinnen und Österreicher dieser Meinung. Besonders erfreulich: In der Gruppe der über 50-jährigen waren es sogar 35 %. Am optimistischsten sind Städter. Am Land glauben nur 20 % daran, dass es bald wieder aufwärts geht, in Städten sind es mehr als 30 % (Quelle: Market News Jänner 2010).

Fazit: Die Generation 50+ ist vorsichtig optimistisch. Die akute Angst vor den Auswirkungen der Krise nimmt generell ab. Das Gefühl der finanziellen Belastung ist nicht der alleinige Grund für das Nicht-Spenden.

Wie wird es weitergehen?

Durch die Krise kommt das Wissen, dass Geld allein nicht genug ist, wieder auf´s Tapet. Und das kann die Kultur des Gebens verändern:

 


 

Die Anzahl der Nichtspender, die sich durch Spendenaufrufe belästigt fühlen, sinkt ebenso wie jene, die sich noch nie überlegt haben, zu spenden. Das zeigt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt.  

 

 

Das obenstehende Chart lässt darauf schließen, dass Solidarität als Wert wieder wichtiger wird. Dies geht mit der Erkenntnis konform, dass es neben der Unterstützung des Staates vermehrt die Hilfe engagierter Einzelner bedarf.

 

Moralische Werte werden wieder wichtiger: Die weltanschauliche Überzeugung ist als Motivator für das Spenden auf dem Vormarsch, auch die religiöse Überzeugung ist nach wie vor wichtig. 

Die Zeit nach der Krise könnte also ein „moralisches“ Zeitalter werden…

Fazit zur Fundraising-Krise

Pessimistischen Überlegungen zum Trotz: Gerade in Krisenzeiten beweisen die Österreicherinnen und Österreicher ihr gutes Herz!

Spitzenreiter Spendenbrief

Trotz Web 2.0, E-Mail und Social Networks, bevorzugen die Spender noch immer die klassische Art zu spenden – also per Erlagschein bzw. einmaliger Überweisung und bar. Das spricht für den Spendenbrief als Fundraising-Instrument. Diese Präferenz fällt doch sehr deutlich aus.
 


Danke

Wir bedanken uns beim Meinungsforschungsinstitut „market“ für die freundliche Genehmigung, Ihnen hier diese Daten zur Verfügung zu stellen. Die detaillierte Studie zur aktuellen, repräsentativen Umfrage über den österreichischen Spendenmarkt können Sie unter dieser Adresse bestellen: www.market.at (Quelle: Market Spendenmonitor 2009)