Der Spendenmarkt

Wir analysieren für Sie die Details und die großen Zusammenhänge. Damit Sie Ihr Fundraising auf sichere Beine stellen. Hier einige interessante Fakten rund ums Spenden. Und um die damit verknüpften, ewigen Fragen im Fundraising: Wie viel, wo, wer, wofür und wie?

Wie viel Spendenvolumen gibt es?

Jahr Spendenvolumen in Österreich
Jahr 2004 280 Mio.
Jahr 2005 342 Mio.
Jahr 2006 361 Mio.
Jahr 2007 342 Mio.
Jahr 2008 343 Mio.
Jahr 2009 288 Mio.
Jahr 2010 319 Mio.
Jahr 2011 367 Mio.
Jahr 2012 360 Mio.
Jahr 2013 360 Mio.
Jahr 2014 471 Mio.
Jahr 2015 518 Mio.
Quelle: Hochrechnung aus den Befragungen von Public Opinion – Studie 2005/2010/2014/2015

Das Spendenvolumen steigt. Das ist ein gutes Zeichen.

Nach wie vor fehlen in Österreich die großen Spender. Es gibt laut Spendenbericht 2014 eine deutliche Asymmetrie zwischen denen, die geben und jenen, die haben. Nur 6 % der abgesetzten Spenden lagen über € 500,- (Fundraising Verband Austria Spendenbericht 2014). Dass Österreich ein Land der Kleinspender ist, zeigt sich auch im internationalen Vergleich:

Spendenaufkommen pro Einwohner im internationalen Vergleich

Land Spendenaufkommen pro Einwohner
USA 849.80 EUR
UK 249.20 EUR
Schweiz 174.29 EUR
Deutschland 91.79 EUR
Österreich 64.94 EUR
Quelle: Fundraising Verband Austria Spendenbericht 2014

Wo sind großzügige Spender Zuhause?

Laut Befragung leben ganz viele in Niederösterreich und Burgenland: Dort spenden 67 %. Auf Platz 2 liegt Wien. Hier spenden 66 %. Auf Platz 3 sind die Westösterreicher. Hier spenden 64 % der Menschen. Dann kommen die Oberösterreicher. Hier spenden 61 %. Das Schlusslicht bilden Steiermark und Kärnten. Dort spendet jeder zweite (Quelle: Public Opinion Studie Spendenmarkt 2014).

Nach der Analyse des Verhalten lassen sich auch einige Bezirke hervorheben. Wo sind viele Spender zu Hause mit einem gleichzeitig hohen Anteil an großzügigen Spendensummen? Dazu haben wir unsere Beobachtungen der letzten 10 Jahre ausgewertet: Je dunkler, desto spendenfreudiger der Bezirk.

Bezirksgrafik

Quelle: DIRECT MIND-Analyse
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Unsere Datenbank Prosperus bringt noch viel mehr Entscheidungshilfe für die alltäglichen Fundraising-Entscheidungen.

Wer sind die Spender?

Stimmt das noch? Immer wieder hört man, Frauen spenden eher als Männer. Wenn man in die Vergangenheit blickt, ist das richtig. Doch der Trend zeigt eine wachsende Herzlichkeit unter den Männern. Sieht man sich die Entwicklung der Spendenfreudigkeit der Geschlechter an, sieht das im Detail so aus:

Spenderverhalten Frau-Mann

2005 53.64% 46.36%
2006 52.79% 47.21%
2007 52.6% 47.4%
2008 52.4% 47.6%
2009 51.43% 48.57%
2010 50.86% 49.14%
2011 50.86% 49.14%
2012 51.02% 48.98%
2013 50.85% 49.15%
2014 50.04% 49.96%
2015 50.13% 49.87%
Quelle: DIRECT MIND-Analyse

Mit dem Alter steigt die Hilfsbereitschaft. Nicht bei allen Spendern ist das Alter bekannt. Aber da wo man es weiß, zeigt sich diese Tendenz. Spender, die älter als 65 Jahre sind, leisten 53 Prozent aller Spenden-Akte und etwas weniger als die Hälfte der Gesamtspendensumme. Das zeigt unsere Langzeit-Analyse mit fast 10 Millionen Spenden.

Neue Spendengeneration. Jetzt ist es bald mit der Generation der Babyboomer so weit. Also mehr Spender? Es sieht ganz danach aus, dass bald der Flaschenhals von 2009 endgültig überwunden ist. Damals lag der Prozentsatz der Spender bei 55 %. 2014 sind es wieder 62 %. Das reicht zwar immer noch nicht an die Werte von vor 10 Jahren heran (2005 spendeten noch 69 %), aber wir sind zuversichtlich. (Quelle: Public Opinion Studie Spendenmarkt 2010 und 2014)

Die regelmäßigen Spender legen zu. Haben 2004 erst 24 % aller Spender auch regelmäßig gegeben, so sind es 2014 schon 34 %. (Quelle: Public Opinion Studie Spendenmarkt 2014).

Wie wird gespendet? 

Das Angebot, über welche Kanäle gespendet werden kann, steigt. Aber wird das theoretische Angebot auch praktisch genutzt? Oder gibt es nach wie vor nur einen großen Hecht im Teich: den Spendenbrief?

Hier sehen Sie, wie sich die Spendenformen über die Jahre entwickelt haben:

Mindestens eine Spende innerhalb der letzten 12 Monate in %

Jahr Per Erlagschein/Spendenbrief
2005 35 %
2007 29 %
2008 27 %
2009 20 %
2010 24 %
2011 30 %
2012 24 %
2013 24 %
2014 26 %
2015 26 %
Jahr Per Mitgliedbeitrag
2005 11 %
2007 12 %
2008 11 %
2009 7 %
2010 7 %
2011 10 %
2012 11 %
2013 9 %
2014 13 %
2015 11 %
Jahr Nach Aufrufen im Fernsehen
2014 7 %
2015 4 %
Jahr Per Dauerauftrag/Abbuchungsauftrag/Patenschaft
2005 7 %
2007 6 %
2008 8 %
2009 4 %
2010 5 %
2011 5 %
2012 6 %
2013 6 %
2014 9 %
2015 9 %
Jahr Übers Internet
2005 2 %
2007 2 %
2008 1 %
2009 1 %
2010 1 %
2011 2 %
2012 2 %
2013 2 %
2014 2 %
2015 1 %
Jahr Per SMS
2007 2 %
2008 2 %
2009 2 %
2010 1 %
2011 1 %
2012 1 %
2013 1 %
2014 2 %
2015 2 %
Jahr Im Testament bedacht
2005 1 %
2007 1 %
2008 0 %
2009 1 %
2010 1 %
2011 1 %
2012 0 %
2013 1 %
2014 1 %
2015 0 %
Jahr Per Telefon
2011 1 %
2012 1 %
2013 2 %
2014 1 %
2015 2 %
Quelle: Public Opinion Studie Spendenmarkt 2005-2015

Der Spendenbrief ist nach wie vor die Nummer Eins – die beliebteste Spendenform. Der Prozentsatz der Österreicher, die per Erlagschein spenden, hat sich auf einem guten Wert eingependelt. Aber Nummer Zwei ist auch nicht schlecht: Die regelmäßige Spende. Und sie legt weiter zu – wohl, weil es für uns alle immer normaler wird, eine Einzugsgenehmigung zu erteilen. Neu mit dabei und sehr erfreulich: die Spende nach einem Aufruf im Fernsehen.

Wofür wird gespendet?

Keine Überraschung. Die Spitzenreiter sind nach wie vor Kinder, gefolgt von Tieren. In welchem Kontext diese stehen (etwa Entwicklungshilfe, Behinderte, Flüchtlinge, Natur- und Umweltschutz, Tierschutz) wird aber nicht abgefragt.

Spannend wird es, wenn man sich die einzelnen Themen über die Jahre hinweg anschaut:

Wofür wird innerhalb eines Jahres gespendet?

Jahr Generelle monetäre Spendenbereitschaft
1996 47 %
2000 81 %
2004 73 %
2005 69 %
2006 68 %
2007 68 %
2008 64 %
2009 55 %
2010 61 %
2011 66 %
2012 63 %
2013 60 %
2014 62 %
2015 64 %
Jahr Kinder
1996 42 %
2000 42 %
2004 44 %
2005 36 %
2006 35 %
2007 34 %
2008 35 %
2009 24 %
2010 28 %
2011 28 %
2012 28 %
2013 25 %
2014 31 %
2015 29 %
Jahr Tiere
1996 25 %
2000 23 %
2004 20 %
2005 24 %
2006 20 %
2007 22 %
2008 21 %
2009 16 %
2010 17 %
2011 20 %
2012 22 %
2013 22 %
2014 26 %
2015 22 %
Jahr Katastrophenhilfe im Inland
1996 12 %
2000 21 %
2004 23 %
2005 27 %
2006 20 %
2007 18 %
2008 12 %
2009 10 %
2010 13 %
2011 10 %
2012 12 %
2013 20 %
2014 18 %
2015 16 %
Jahr Kirchen & relig. Vereinigungen
2008 16 %
2009 9 %
2010 12 %
2011 14 %
2012 11 %
2013 15 %
2014 13 %
2015 13 %
Jahr gegen den Hunger in der Welt
1996 24 %
2000 25 %
2004 19 %
2005 13 %
2006 20 %
2007 15 %
2008 12 %
2009 8 %
2010 10 %
2011 11 %
2012 13 %
2013 8 %
2014 9 %
2015 5 %
Jahr Behinderte
1996 30 %
2000 30 %
2004 18 %
2005 12 %
2006 14 %
2007 13 %
2008 13 %
2009 6 %
2010 7 %
2011 9 %
2012 9 %
2013 7 %
2014 9 %
2015 8 %
Jahr Natur- & Umweltschutz
1996 22 %
2000 23 %
2004 13 %
2005 10 %
2006 11 %
2007 10 %
2008 10 %
2009 6 %
2010 6 %
2011 7 %
2012 6 %
2013 9 %
2014 7 %
2015 8 %
Jahr Katastrophenhilfe im Ausland
1996 11 %
2000 25 %
2004 13 %
2005 21 %
2006 17 %
2007 13 %
2008 8 %
2009 6 %
2010 11 %
2011 16 %
2012 7 %
2013 7 %
2014 10 %
2015 7 %
Jahr Obdachlose & Bettler
2000 12 %
2004 7 %
2005 6 %
2006 6 %
2007 5 %
2008 6 %
2009 6 %
2010 7 %
2011 8 %
2012 13 %
2013 10 %
2014 12 %
2015 15 %
Jahr Bekämpfung von Krankheiten/Seuchen
1996 8 %
2000 12 %
2004 8 %
2005 5 %
2006 8 %
2007 7 %
2008 5 %
2009 5 %
2010 5 %
2011 5 %
2012 6 %
2013 6 %
2014 7 %
2015 5 %
Jahr Entwicklungshilfe
1996 11 %
2000 23 %
2004 11 %
2005 5 %
2006 8 %
2007 7 %
2008 7 %
2009 4 %
2010 5 %
2011 6 %
2012 4 %
2013 4 %
2014 3 %
2015 3 %
Jahr Sport
2009 4 %
2010 5 %
2011 8 %
2012 5 %
2013 5 %
2014 5 %
2015 6 %
Jahr sozial Benachteiligte
1996 10 %
2000 18 %
2004 12 %
2005 7 %
2006 8 %
2007 9 %
2008 8 %
2009 3 %
2010 6 %
2011 6 %
2012 8 %
2013 9 %
2014 10 %
2015 12 %
Jahr Missionsarbeit
1996 17 %
2000 18 %
2004 10 %
2005 9 %
2006 9 %
2007 7 %
2008 6 %
2009 3 %
2010 4 %
2011 4 %
2012 3 %
2013 5 %
2014 3 %
2015 3 %
Jahr alte Menschen
1996 12 %
2000 7 %
2004 6 %
2005 4 %
2006 4 %
2007 3 %
2008 4 %
2009 2 %
2010 3 %
2011 3 %
2012 3 %
2013 3 %
2014 5 %
2015 5 %
Jahr Wahrung der Menschenrechte
1996 8 %
2000 7 %
2004 6 %
2005 4 %
2006 5 %
2007 3 %
2008 4 %
2009 2 %
2010 3 %
2011 2 %
2012 3 %
2013 3 %
2014 5 %
2015 3 %
Jahr Jugendliche
1996 3 %
2000 8 %
2004 6 %
2005 3 %
2006 3 %
2007 2 %
2008 3 %
2009 2 %
2010 2 %
2011 2 %
2012 1 %
2013 2 %
2014 2 %
2015 5 %
Jahr Flüchtlinge im Ausland
1996 11 %
2000 14 %
2004 5 %
2005 2 %
2006 1 %
2007 3 %
2008 1 %
2009 1 %
2010 2 %
2011 2 %
2012 1 %
2013 2 %
2014 6 %
2015 7 %
Jahr Asylwerber und Flüchtlinge in Ö.
1996 4 %
2000 5 %
2004 2 %
2005 2 %
2006 1 %
2007 2 %
2008 1 %
2009 1 %
2010 1 %
2011 1 %
2012 1 %
2013 2 %
2014 3 %
2015 6 %
Jahr Kunst & Kultur
2009 1 %
2010 1 %
2011 2 %
2012 1 %
2013 4 %
2014 4 %
2015 5 %
Jahr Drogen und Medikamentensüchtige
1996 2 %
2000 4 %
2004 2 %
2005 2 %
2006 2 %
2007 1 %
2008 1 %
2009 1 %
2010 1 %
2011 1 %
2012 2 %
2013 1 %
2014 1 %
2015 1 %
Jahr Alkoholabhängige
1996 2 %
2000 2 %
2004 1 %
2005 1 %
2006 1 %
2007 1 %
2008 1 %
2009 1 %
2010 1 %
2011 0 %
2012 1 %
2013 1 %
2014 0 %
2015 1 %
Jahr Wissenschaft u. Forschung
2012 2 %
2013 2 %
2014 2 %
2015 2 %
Jahr Parteien & Bürgerinitiativen
2013 3 %
2014 2 %
2015 3 %
Jahr Projekte aus Region
2015 8 %
Jahr Sonstiges
2000 20 %
2004 12 %
2005 9 %
2006 10 %
2007 13 %
2008 1 %
2009 12 %
2010 16 %
2011 14 %
2012 16 %
2013 13 %
2014 11 %
2015 15 %
Quelle: Public Opinion Studie Spendenmarkt 2007-2015

Interessant: Vor allem traditionelle Spendenthemen wie „Missionsarbeit“, „Entwicklungshilfe“ und „Hungerhilfe“ gehen tendenziell zurück. Die Regionalität und Nähe gewinnt an Bedeutung. Die Auswirkungen des Flüchtlingsstroms 2015 ist auch in der Befragung deutlich zu erkennen.

Danke an public opinion: Wichtige Details zu den Befragungen mit aktuellen Hintergrund-Informationen können Sie hier bestellen.