FR und Covid-19: Analyse Anfang April – DIRECT MIND

9. April 2020

FR und Covid-19: Analyse Anfang April

Besondere Analysen: Wie reagieren Spender in Zeiten von Covid-19? So sehen die aktuellen Ergebnisse der März-Aktionen aus – an bestehende Spender, an neue Spender, am Telefon und Online! Diese Zahlen sind wichtig, um das Bauchgefühl zu stärken. Hier die Fakten; inklusive Hochrechnung:

Kategorien: Kennzahlen, Leistungen und Markt-Themen.

So ist der Blog-Eintrag gegliedert:

  • Aktionen an bestehende Spender
  • Neuspendergewinnung
  • Aktuelle Online-Zahlen
  • Stimmungsbild am Telefon

 

Erklärung

Sie sehen hier unten kumulierte Reaktionsraten (y-Achse), die mit der Zeit steigen (x-Achse = Einzahlungstage). Jede Linie ist eine Aktion. Wie Sie vermutlich wissen, spenden gleich nach dem Start einer Aussendung mehr Menschen; die Kurve zeigt steiler nach oben. Dann mit der Zeit weniger Personen, die Kurve flacht ab. Aber es kommen immer noch Spenden. Die Kurve steigt weiter an. So wie es auch schon in der Analyse der Februar-Aktionen zu sehen war.

 

März-Aktionen an bestehende Spender

Wir haben Ihnen die Verlaufskurven der Reaktionsrate in drei Bereiche gegliedert: „Tiere & Umwelt“, „humanitäre Hilfe im Inland“, und „internationale Hilfe“. Also gleich wie beim Spenden-Index . Zur Aussagekraft: Wir haben im März 2020 mehr als 1,5 Millionen Österreicher erreicht (Bruttoreichweite). Die Vorjahreswerte als Vergleich sind hier in grau zu sehen.

Das lässt sich erkennen:

  1. Im Bereich „Tiere & Umwelt“ laufen die Aktionen an bestehende Spender erfreulich gut an.
  2. Im Bereich „internationale Hilfe“ brauchen die Aktionen länger, um in der Reaktionsquote anzusteigen und sind tendenziell etwas unter den Vorjahreswerten. Eine Aktion hatte das Pech, genau in der Woche des Shutdowns die Spender zu erreichen. Diese Kurve fällt deutlich flacher aus.
  3. Im Bereich „humanitäre Hilfe“ starten einige sogar sehr gut und manche mit Verzögerung. Aber die Kurven sind danach ähnlich dem Vorjahr. Das kann daran liegen, dass die Spender aktuell seltener zur Bank gehen bzw. die Banken ihr Daten fokussierter übermitteln (siehe auch Februar-Analyse ).

 

Der allgemeine Trend bei bestehenden Spendern

Führt man alle Verläufe zusammen, zeigt sich folgendes Bild: Die Reaktionskurven steigen ähnlich den Vorjahren; mit einer zum Teil leichten Verzögerung. So ergibt sich eine Reaktionsquote, die etwas unter den Vorjahren zu liegen kommt. Es sieht derzeit nach rund einem Prozentpunkt aus. Zu bedenken ist, dass in den Aufrufen noch kein Bezug zur Covid-19 möglich war. Der Druck der Aussendungen war schon abgeschlossen.

Erfreulich ist der deutliche Anstieg des Spendenschnitts. Die Steigerung liegt derzeit zwischen 10 und 15 Prozent.

 

Das lässt sich sagen:

  1. Die Reaktionsquote ist für diese Ausnahmesituation gut. Nach aktueller Hochrechnung wird sie in etwa um einen Prozentpunkt unter dem Vorjahr sein.
  2. Die durchschnittliche Spendenhöhe steigt. Anstieg zwischen 10 und 15 Prozent.
  3. Insgesamt als vorsichtige Hochrechnung: Berücksichtigt man Reaktionsquote und Spendenschnitt, dann erreichen die März-Aktionen ein Ergebnis, dass zwischen den beiden Vorjahren liegt – und das sogar noch ohne inhaltlichen Bezug auf Covid-19 und die aktuelle Situation.

 

Lassen sich neue Spender gewinnen?

Das ist besonders interessant! Bis auf eine Ausnahme laufen alle Aktionen zur Neuspendergewinnung erfreulich gut an. Besser sogar als in den beiden Vorjahren! Hier die Verlaufskurven der Reaktionsquoten für Februar und März-Aktionen im Vergleich zum Vorjahr. Die längeren roten Kurven zeigen die Februar-Aktionen 2020, die kürzeren jene mit Start im März.

 

Das lässt sich erkennen:

  1. Die Reaktionsquote in der Neuspendergewinnung ist bisher erfreulich gut!

 

Online fährt mit Volldampf!

Bei Organisationen, die wir online betreuen: Vergleicht man alleine die Online-Spenden aus dem ersten Quartal des Vorjahres mit dem aktuellen, dann haben sich die Spenden fast verdoppelt. Die Steigerungsrate liegt im Schnitt bei fast 100 Prozent. Drei Organisationen konnten die Online-Einnahmen sogar mehr als verdreifachen.

 

Das ist wichtig zu wissen:

  1. Online boomt. Der schnelle und direkte Weg zu den Spendern.
  2. Eine professionelle Spenden-Seite ist die Voraussetzung, aber
  3. für den Erfolg braucht es gezielte Aufrufe. Organisationen mit sauberen „elektronischen Hauslisten“ sind im Vorteil. Nur in Ausnahmefällen finden die Spender von selbst zur Online-Spenden-Seite, oder bleiben über Facebook und Co länger in Kontakt.

 

Stimmung am Telefon

  1. Die Gespräche am Telefon verlaufen sehr gut.
  2. Die Ergebnisse sind besser als normal.
  3. Der Spendenschnitt liegt etwas höher.
  4. Die Spender sind sehr gut erreichbar und freuen sich über den Kontakt.
  5. Die besondere Großspenderbetreuung (Electus+) kommt sehr gut an!
  6. Zur Zeit ist ein kleineres Team im Haus im Einsatz, um mit den Spendern zu sprechen.

 

Fazit

Auch während Covid-19-Pandemie zeigt sich das Fundraising erstaunlich robust. Das ist eine gute Nachricht und sollte uns in der Szene Mut machen. Die Solidarität ist da. Sogar die Bereitschaft, um als neuer Spender wo mitzuhelfen. Ist das nicht ein schöner Lichtblick in dieser Zeit?

 

Sie haben Fragen?

Für Fragen zu dieser Auswertung wenden Sie sich am besten direkt an christoph.mueller-gattol@directmind.at. Sollten Sie bei uns Kunde sein, an Ihre Betreuer. Sollten Sie nicht Kunde sein und Unterstützung und Rat brauchen an michael.hirsch@directmind.at.

 

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