27. Juni 2019

Fundraising Online Session 2019

Bei der virtuellen Fundraising Online Konferenz gab es innerhalb von zwei Tagen 25 Sessions, die man via Facebook verfolgen konnte. Bekannte Experten aus aller Welt teilten ihr Wissen, Erfahrungen und Best Practice Beispiele. Die Wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst!

Kategorien: Markt-Themen und Veranstaltungen.

Bauen Sie eine Community auf

In Wirklichkeit haben NPOs zwei Organisationen zu leiten: Ihre eigene und zugleich ein Mediabusiness. Es stehen so viele Kanäle zur Verfügung, doch was diese erst anziehend macht, liegt am Inhalt! Zuvor galt es, das Publikum eines anderen über TV, Radio und Zeitschriften zu unterbrechen. Jetzt geht es darum, ein eigenes Publikum zu schaffen und es zu behalten.

Wichtig:

  1. Marketing muss wertvoll sein, nicht viral. Auch wenn es nicht zu einer Spende führt! Es kommt allein auf den Inhalt an. Denn wenn dieser wertvoll ist, wird er auch von Personen geteilt, die nicht spenden!
  2. Marketing stellt die Menschen in den Mittelpunkt, nicht die Organisation! Als Beispiel: Eine NPO verteilte Solarlichter an Kinder in Afrika, die ohne Elektrizität lebten und somit im Dunklen weder lernen noch ihre Aufgaben machen konnten. Schüler im Vereinigten Königreich wurden in das Projekt involviert. Es war Winter, früh dunkel und sie sollten für 20 Minuten das Licht abdrehen. Was geschah? Sie kamen zurück in die Schule mit ihrer Geschichte! Auch die Kinder in Afrika berichteten, wie die Lampen ihr Leben veränderten. Und somit fühlten sich beide als Helden. Das bringt uns gleich zum Punkt drei:
  3. Man muss verstehen, wer das Publikum ist. Natürlich sollte es jedem ein Anliegen sein, Kinder oder Tiere zu retten,… . Realistisch gesehen, sollte eine Organisation aber nicht die Masse ansprechen, sondern eine bestimmte Gruppe, die für ein Thema brennt. Geht es zum Beispiel um Kleinkinder, dann sind Mütter eine gute Zielgruppe! Das Thema ruft bei diesen andere Emotionen hervor, als bei einem 70-jährigen Pensionisten. Die Mutter trifft auf Gleichgesinnte und wenn das Thema interessant genug aufbereitet ist, wird es weiterkommuniziert.

Die erfolgreichsten Unternehmen bauen ein eigenes Eco-System auf. Denken Sie an Amazon: Kunden hinterlassen Produktbewertungen. Diese Referenzen generieren Wert. Außerdem können alle Händler teilnehmen, die wiederum Wert generieren. Es ist also nicht Amazon selbst, sondern alle zusammen füllen die Seite mit wertvoller Information. Fragen Sie sich also, wie Sie Ihre Empfänger einbeziehen und ein Eco-System aufbauen können!

 

Marketing Automation – persönlicher als Computer

Bei der Leadgenerierung sollten Organisationen wie in einer Liebesgeschichte nichts überstürzen. Man sollte erst eine Beziehung aufbauen und nicht gleich über Heirat sprechen. Bevor also nach einer Spende gefragt wird, ist es wichtig, sich zuerst für das Interesse zu bedanken und die Wichtigkeit zu verdeutlichen.

Und zeigen Sie auch nach der ersten Spende, wie bedeutend eine Unterstützung ist. Die Spender müssen weiterhin informiert werden, welchen Unterschied ihre Unterstützung macht. Wie in einer Beziehung kommt jede Person einmal in die Phase des Zweifelns. Daher ist es wichtig, die Zeichen zu erkennen und sofort zu reagieren. Auch wenn sie verloren erscheinen, gibt es immer noch eine Chance Spender zurückzuholen. Es ist ein ständiges von links nach rechts und rechts nach links:

 

INTERESSE > ENTWICKLUNG > BINDUNG < GEFÄHRDUNG < VERLUST

 

Aber wie soll man die Masse zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Kommunikationskanälen erreichen? Manuell ist das kaum möglich, daher ist Marketing Automation das perfekte Tool, um Leads in Spender umzuwandeln und vor allem diese mit unterschiedlichen Touchpoints zu halten!

Als Fallbeispiel dient eine Kampagne der Heilsarmee: In diesem Projekt ging es um Straßenprostitution. In erster Linie lag der Fokus nicht auf Leadgenerierung, sondern bei der Aufklärung. Viele wussten nicht einmal, dass Straßenprostitution legal ist. Sobald die Petition unterschrieben wurde, erlangte man noch mehr Info über dieses Thema.

Das Entscheidende: Es gab eine eigene Liste mit Personen, die nicht spendeten, sondern „nur“ durch Klicks, Likes oder Kommentare mit der Organisation interagiert haben. Für diese gab es ein Punktesystem (für ein Klick wurden 5 Punkte zugeschrieben, beim Teilen eines Posts 15 usw.). Diese Liste wurde dem Telefon-Team übergeben, das dann nach einer Spende fragte. Da diese Kontakte bereits im Thema involviert waren, erfreute sie das Gespräch.

Warten Sie nicht auf das Ende der Donor Journey! Lernen Sie kontinuierlich und hinterfragen Sie, worauf die Leute besonders angesprochen haben und was Sie genauer wissen wollen.

 

Mehr Kanäle mehr Interaktion

Durch den Informationsüberfluss ist es nicht mehr so wertvoll WAS eine Organisation tut, sondern welche Aufmerksamkeit sie bekommt. Heute genießen Menschen Mitspracherecht und stimmen überall ab. Organisationen sind daher gefordert, ihr Publikum interaktiv einzubinden. Und dazu bietet das Netz jede Menge Möglichkeiten:

Livestreaming

In Echtzeit wird das Spendenerlebnis lebendiger und greifbarer. Wenn sich jemand zum Beispiel den Kopf für eine Spende von 50 Euro rasiert, wollen Leute live zuschauen. Dabei sein ist alles – dann fühlen sie sich als Teil einer Community.

Stellen Sie sich vor, wie es ankäme, wenn Forschungsorganisationen live erklären, was sie tun und gleichzeitig Fragen in Echtzeit beantworten.

Gaming for good

Eine Person oder ein Team spielt online und Fans, die das Spiel verfolgen, werden zur Spende aufgerufen. Wieso sollte jemand dafür zahlen? Leute gehen auf Plattformen wie zum Beispiel Twitch, um ihre Communities anzutreffen. Die Spieler sind Influencer. Angenommen Sie sind ein großer Fan von Beyoncé und in einem Livestream ruft sie andere auf, für eine Organisation zu spenden! Und dann scheint auch noch Ihr Name in einer Pop-up Benachrichtigung auf,…

Messaging Kanäle

  • Sind allgegenwärtig (es gibt mehr aktive Nutzer als über E-Mail und mehr Social Media Aktivitäten übers Handy als über den Browser)
  • E-Mail und PC sind Arbeitskanäle, Telefon und Messaging sind persönlicher, privater! 65-Jährige arbeiten oft nicht mehr und verwenden vermehrt Mobilgeräte.
  • Kanäle über Mobilgeräte sind auf unsere kurze Aufmerksamkeitsspanne getrimmt.
  • Sind mobil (Messaging ist für den mobilen Gebrauch konzipiert)
  • Konversation kommt zustande (der Zauber liegt im Response. Die Antwort ist schnell und wertvoll und sollte unbedingt berücksichtigt werden.

Umfragen, Kampagnen, Erinnerungen an Ereignisse, Mobile Giving und SMS-Transaktionen sind weitere Fortschritte. Eine Textnachricht ist in 90 Sekunden gelesen. Auf diesem Weg können Sie Menschen zukünftig leichter zu etwas bewegen.

Voice Tech

  • Es exisitieren 1 Milliarden Geräte mit Google Assistant
  • 100 Mio Alexa Geräte (Spenden mit Alexa ist bereits möglich)
  • 20% der Online Suchen erfolgen schon über Sprachassistenten

Viele Organisationen nutzen bereits Alexa erfolgreich für ihre Charity: British Red Cross entwickelte eine Alexa App, mit der man medizinische Hilfe abfragen kann. Z.B. „Alexa, ask First Aid how to deal with nose bleed“ 

Video

  • 2020 sind voraussichtlich 80% aller geteilten Inhalte Videos
  • Social Video hat 1200% mehr Shares
  • 72% der Seher lernen lieber via Video
  • Man merkt sich 95% mehr Informationen aus Videos

Und welche interaktiven Kanäle verwenden Sie?

Blättern