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Wie war das Fundraising-Jahr 2025?
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Markt-Themen

2025 war ein Jahr der Umbrüche. Es war das Jahr, in dem KI in viele Bereiche Einzug gehalten hat. Es war aber auch das fünfte Jahr in Folge mit Rekordinflation in Österreich. Es war das Jahr der großen Bankenumstellung und der noch größeren Unsicherheiten – angetrieben durch den Zollkrieg von US-Präsident Trump und der Zerschlagung von USAID, den Ukraine-Krieg und den Krieg in Gaza. Wie wirkte sich das alles auf das Fundraising aus? Blicken Sie mit uns ein letztes Mal zurück auf das Fundraising-Jahr 2025.

Das sagen unsere Zahlen: 

2025 war ein ungewöhnliches, aber kein schlechtes Fundraising-Jahr. Gerade die Ergebnisse im letzten Quartal, in dem normalerweise ein Großteil der Spenden generiert wird, waren teilweise nicht auf dem gewohnten Niveau. Ein schwerwiegender Grund war die Bankenumstellung, die dem guten Zweck Knüppel zwischen die Beine warf. 

Besonders neue Spender*innen zu gewinnen, war 2025 eine Herausforderung. Trotzdem ließen sich in manchen Fällen Top-Ergebnisse in der Reaktionsquote erzielen. Nach einer leichten Erholung bei der Response-Quote im Jahr 2024 hat sich diese 2025 wieder auf dem Niveau von 2023 eingependelt. Während die Response-Quote in den letzten Jahren zurückgeht, ist der Spendenschnitt im Neuspender*innenbereich top. Dieser ist in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen. Und zwar um 40%. Der gesamte Trend zeigt aber, dass es schwieriger und teurer wird, neue Spender*innen zu gewinnen. Die graue Linie in der Mitte zeigt den Gesamt-Trend über die Jahre.

Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten. Im Hausmailing-Bereich lagen die Einnahmen 2025 über dem Vorjahresniveau. Dies resultiert aus der gestiegenen Durchschnittsspende, die den leicht sinkenden Response mehr als kompensieren kann. Der gesamte Trend geht hier bei den Einnahmen in die richtige Richtung: nämlich nach oben. Das bedeutet: Die Personen, die auf Hausmailings spenden, spenden im Durchschnitt mehr als in früheren Jahren. Auch hier zeigt die graue Linie in der Mitte den Gesamt-Trend, was die Einnahmen pro Teilnehmer*in betrifft. Also die Kombination von Reaktionsquote und Spendenschnitt.

Summa summarum: 2025 war unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen ein passables Jahr. Die erzielten Ergebnisse sind gut und geben Zuversicht. Denn es zeigt sich, dass die Menschen in Österreich auch in Zeiten von Unsicherheit, Kriegen, Inflation und Krisen weder ihr gutes Herz noch ihre Brieftasche verschließen. 

 

Das sagen die Zahlen des FVA:

Das neue Normal? Nach dem Rekordjahr 2022, in dem 1,1 Mrd. Euro gespendet wurden, ging laut dem vom Fundraising Verband Austria (FVA) publizierten Spendenbericht 2025 das Spendenvolumen leicht zurück. Es liegt nun das dritte Mal in Folge bei rund 1,07 Mrd. Euro. Was auf den ersten Blick nach Stagnation aussieht, ist eigentlich Dynamik. Denn unter der Oberfläche tut sich viel: Große und kleine Organisationen verlieren, während die mittleren beim Spendenaufkommen zulegen. 


 

Der Trend aus der Meinungsforschung:

Zum ersten Mal: Weniger Menschen spenden weniger. Die Ergebnisse der Public Opinion-Studie „Spendenmarkt-Report“ zeigen ein ungewohntes Bild. So ist der Anteil der Spender*innen erstmals gesunken: und zwar von 79% im Jahr 2024 auf 76% im Jahr 2025. Das gab es noch nie. Dies legt den Schluss nahe, dass die Langzeitinflation auch die Mittelschicht erfasst hat und die andauernden, multiplen Krisen und Unsicherheiten sich auf das Spendenverhalten ausgewirkt haben.  

Doch es gibt auch Erfreuliches: Die Durchschnittsspendensumme ist weiter gestiegen – und zwar von 142 Euro im Jahr 2024 auf 156 Euro im Jahr 2025. Das ist das bislang höchste Spendenniveau seit Beginn der Erhebungen. Übrigens: Männer, die meistens über ein höheres Einkommen bzw. eine höhere Pension als Frauen verfügen, spenden im Schnitt um 4 EUR mehr: nämlich 158 EUR. Und die höchste durchschnittliche Spendenhöhe ist nicht bei den Pensionist*innen zu finden, sondern mit großartigen 184 EUR bei den 35- bis 59jährigen (laut Befragung).

Weitere interessante Entwicklungen aus 2025:

  • Medien funktionieren als Spenden-Booster. Ob ein Thema in den Medien präsent ist, ist ein wichtiger Einflussfaktor für die Entscheidung zu einer Spende (FVA Spendenbericht 2025).
  • Österreich holt bei Mikrospenden auf: Spenden per SMS oder QR-Codes funktionieren ebenso wie das Pfandspenden (FVA Spendenbericht 2025).  
  • Mobile first auch beim Onlinespenden: Über 50% der Online-Spenden werden im deutschsprachigen Raum laut der „Digitalen Fundraisingstudie“ von RaiseNow mobil – also vom Handy aus – getätigt (FVA Spendenbericht 2025). 
  • Weniger Solidarität mit dem Ausland. 2025 gingen die Spenden für die internationale Hilfe im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte zurück und lagen 2025 bei 23%. Und dies trotz der beiden großen Erdbebenkatastrophen im März 2025 in Myanmar und im August 2025 in Afghanistan (FVA Spendenbericht 2025). 
  • Internationale Hilfe unter Druck. Dies liegt einerseits an der Zerschlagung von USAID und andererseits daran, dass die österreichische Bundesregierung den Sparstift bei der internationalen Entwicklung, Humanitären Hilfe und entwicklungspolitischen Inlandsarbeit angesetzt hat (im Jahr 2025 sollten 15 Millionen Euro und 2026 rund 35 Millionen Euro gekürzt werden) (Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000304326/teure-energie-und-lebensmittel-treiben-die-inflation-2025-auf-36-prozent und https://www.globaleverantwortung.at/presseaussendung-regierung-kuerzt-in-aeusserst-kritischem-moment/).
  • Es müssen nicht immer Euro sein: Bitcoin-Spenden sind international auf dem Vormarsch. Weltweit werden jährlich bereits über 1 Mrd. USD über Krypto-Währungen gespendet (FVA Spendenbericht 2025). 

 

Und wie war 2025 in anderen Ländern?

Wie liegen wir in Österreich im Vergleich zu den anderen deutschsprachigen Ländern? 

In Deutschlang zeigt sich ein Rückganggang der Spendeneinnahmen. Der Deutsche Spendenrat e.V. und YouGov prognostizieren einen Rückgang der Spenden um 7,5% auf 4,73 Mrd. EUR. Vor allem der Bereich der humanitären Hilfe gerät zunehmend unter Druck. Hier lagen 2025 die Spendeneinnahmen um 17% unter dem Niveau von 2024. Positiv ist, dass sich die Spenden für Not- und Katastrophenhilfe und für lokale Hilfsprojekte im Vergleich zu 2024 stabilisieren. In den Bereichen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz und Tierschutz stieg das Spendenvolumen im Vergleich zu 2024 an. Obwohl das Spendenvolumen sinkt, steigt die Durchschnittsspendensumme auf 41 EUR – am stärksten stieg die Durchschnittsspendensumme in der Altersgruppe 60 bis 69 Jahren. Und zwar um 11% (Quelle: https://www.spendenrat.de/spendenjahr-2025/, https://fundraising-akademie.de/spendenjahr-2025/ und https://www.spendenrat.de/wp-content/uploads/Downloads/Trends-und-Prognosen/spendenjahr-2025-trends-prognosen-deutscher-spendenrat.pdf).

In der Schweiz geht die Stiftung ZEWO, die als Zertifizierungsstelle auch den jährlichen Spendenreport in der Schweiz verfasst, für 2025 von einem stabilen Spendenvolumen aus. In den letzten fünf Jahren war das Spendenvolumen auf hohem Niveau konstant bei mehr 2 Mrd. Franken geblieben. Laut YouGov haben 72% der Schweizer*innen im Jahr 2025 gespendet. 41% spendeten 2025 für Humanitäre Hilfe nach Krisen (Krieg, Pandemien, Naturkatastrophen), 40% für den Natur,- Umwelt-, Arten- und Heimatschutz, weitere 40% für Soziale Hilfsprojekte. Der Bereich Gesundheit – inklusive Forschung konnte 36% der Personen zum Spenden bewegen. Und 19% gaben an, 2025 für Entwicklungshilfe gespendet zu haben (Quelle: https://zewo.ch/de/news-der-spendenreport-2025-ist-da-die-trends-herausforderungen-und-chancen/ und https://www.srf.ch/news/wirtschaft/neuste-spendenstatistik-hierhin-fliessen-schweizer-spendengelder und https://ygo-assets-websites-editorial-emea.yougov.net/documents/CH_20251210_Pressegrafiken_Spenden.pdf).

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26. Januar 2026

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